Steter Tropfen höhlt den Stein

Ja ja, die Zeit. Vielleicht ist es auch ein „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“, oder „Gut´ Ding braucht Weile“. Derer Sprichwörter gibt es viele, wenn es darum geht, mit Geduld, Regelmäßigkeit und Sorgsamkeit ausgeführte, kleine Schritte auszudrücken. Und das auch noch über einen Zeitraum, dessen Dimension uns unmenschlich lang vorkommt. Und Tante Luzie, meine Zieh-Oma, hatte stets die weisen Worte: „Alles hat seine Zeit“. Ihre Worte sind für mich zum Lebensmotto geworden, weil es mir immer wieder bewusst macht, dass ich keinen Schritt VOR dem anderen machen kann. Dass Tomaten im Sommer wachsen, und wir sie nun mal nicht im Winter essen können. Dass der Rhabarber nur bis zum 24. Juni geerntet werden kann. Dass das Leben, seine Situationen und unsere Entscheidungen dann am stärksten sind, wenn der richtige Zeitpunkt da ist- und dieser WIRD kommen, dieses Vertrauen darf ich haben. Den Respekt vor diesem richtigen Zeitpunkt lerne ich von Tante Luzie nach wie vor. Immer wieder.

Aber hier, in diesem Fall, trifft „Steter Tropfen höhlt den Stein“ auf das zu, was es im wahrsten Sinne ist: Die Tropfsteinhöhlen von Nerja. Fünf Jungs aus dem ehemaligen Fischerdörfchen an der Costa del Sol sind in den 50er Jahren immer wieder zu ihrem Lieblingsort gepilgert, um dort zu spielen und Neues zu entdecken. Täglich. Irgendwann wollten sie endlich wissen, woher die Fledermäuse rausgeflogen kommen, und sind in die Spalte gekrochen. Was sie schließlich 1959 entdeckten, veränderte das Leben im Dorf von nun an grundlegend: Die Höhlen von Nerja wurden zu DEM touristischen Anziehungspunkt schlechthin, und Nerja entwickelte sich innerhalb weniger Jahre vom Fischerdorf zur touristischen Hochburg. Als wir neulich diese Karsthöhlen besuchten, verschlug es uns den Atem, weil wir solch hohe Säle, wie sie tatsächlich genannt werden, noch nicht gesehen hatten. Mich hat die zeitliche Dimension, in der das Wasser Tropfen für Tropfen das CO2 aus dem Boden gelöst und so Tropfen für Tropfen, Spalte für Spalte, Saal für Saal entstehen ließ, komplett überfordert. Und dann auch noch in dieser kunstvollen Regelmäßigkeit orgelpfeifenartige Säulen zu erschaffen, Hallelujah! Voller Demut ging ich in Gedanken aus der Höhle. Und dankbar, weil mir diese Höhle gezeigt hat: „Dranbleiben. Nicht verunsichern lassen. Vertrau´ auf das, was du zum richtigen Zeitpunkt entschieden hast, es im richtigen Zeitpunkt zu tun. Vieles zeigt sich erst mit der Zeit.“ So wie unser Business mit unseren Filmen, unserem Reiseblog. Steter Tropfen höhlt den Stein, denn alles hat seine Zeit. Und alles wird gut.

Übrigens, die Höhle gibt es hier in unserem Video zu sehen:
Mit einem Klick rüber zu unserem Video

 

 

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