Eine Stadt, die sich nicht entscheiden muss, ob sie lieber historisch oder modern sein will – sie ist einfach beides. Und genau das macht sie so spannend. Wenn Du durch die Altstadt läufst, bewegst Du Dich durch über 2000 Jahre Geschichte. Gleichzeitig reicht ein kurzer Spaziergang, und Du stehst mitten in einer futuristischen Traumlandschaft aus Glas, Beton und Wasser.
Valencia
Die Altstadt von Valencia gehört zu den größten historischen Zentren Europas – und fühlt sich trotzdem erstaunlich lebendig an. Kleine Plätze, schmale Gassen, Cafés an jeder Ecke. Hier kannst Du Dich treiben lassen, ohne Plan, ohne Ziel. Genau so entfaltet Valencia seinen Charme am besten.
Mein Lieblingsviertel in der Altstadt ist ganz klar das Barrio del Carmen. Ein echtes Sammelsurium aus Geschichte, Street Art, Bars, Restaurants und versteckten Ecken. Tagsüber entdeckst Du mittelalterliche Architektur, alte Mauern und jede Menge Geschichten. Abends verwandelt sich das Viertel in einen Treffpunkt für alle, die gutes Essen, Wein und lebendige Stimmung lieben. Das Viertel hat eine jahrtausendealte Vergangenheit, war Teil der alten Stadtmauer und ist bis heute Ursprung vieler Legenden. Diese Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart spürst Du bei jedem Schritt.
Mitten im Barrio del Carmen stößt Du auf das Portal de Valldigna – ein ehemaliges Stadttor durch die muslimische Stadtmauer. Der Hufeisenbogen erinnert an die maurische Vergangenheit Valencias. Kaum zu glauben, dass hier einst der Zugang zum mittelalterlichen Valencia lag. Heute wirkt das Portal fast unscheinbar, erzählt aber eine beeindruckende Geschichte von Wandel und Wiederaufbau.
VALENCIA | Fotospots, Kunst & Natur
Ein absolutes Highlight ist die Seidenbörse, die Lonja de la Seda. Dieses Bauwerk der profanen Gotik gehört völlig zurecht zum UNESCO-Welterbe. Wenn Du den Säulensaal betrittst, fühlt es sich an, als wärst Du in einer steinernen Kathedrale des Handels. Hier wurde im 15. und 16. Jahrhundert über Seide, Geld und Macht verhandelt – heute kannst Du einfach nur staunen.
Valencia kann Plätze. Und zwar solche, auf denen Du automatisch langsamer wirst. Die Plaza de la Virgen mit Kathedrale und Basilika ist so ein Ort. Gleich daneben liegt der Palau de la Generalitat, Sitz der Regionalregierung. Wenn Du weitergehst, landest Du am archäologischen Zentrum von l’Almoina – dem Kilometer null der Stadtgeschichte.
El Carmen steckt voller kleiner Überraschungen. Da wäre zum Beispiel das Museo L’Iber mit zehntausenden Zinnsoldaten. Oder die Casa de las Rocas, in der die riesigen Figuren für die Fronleichnamsprozession aufbewahrt werden. Besonders charmant: die Casa de los Gatos – ein liebevoll gestaltetes Miniatur-Katzenhaus mitten in der Straße. Und dann sind da noch die Markierungen an den Häusern, die an die große Turia-Flut von 1957 erinnern. Valencia vergisst seine Geschichte nicht.
Futurismus pur: Ciudad de las Artes y las Ciencias
Ein kompletter Stilbruch – und genau deshalb so beeindruckend. Die Stadt der Künste und der Wissenschaften liegt im ehemaligen Flussbett des Turia und wirkt, als käme sie direkt aus der Zukunft. Entworfen von Santiago Calatrava, sind die Gebäude über 20 Jahre alt und sehen trotzdem aus, als wären sie gerade erst fertig geworden.
Wasserbecken, spiegelnde Fassaden, riesige weiße Konstruktionen – perfekt zum Staunen, Schlendern und Fotografieren. Plane am besten einen ganzen Tag ein.
Das erwartet Dich im Inneren
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Oceanogràfic
Das größte Aquarium Europas mit rund 45.000 Tieren. Der Unterwassertunnel ist absolut faszinierend.
⏱️ ca. 3 Stunden -
Hemisfèric
3D-Kino und Planetarium mit riesiger Leinwand – perfekt für eine kurze, immersive Pause.
⏱️ ca. 1 Stunde -
Museu de les Ciències
Interaktiv, spielerisch und überraschend spannend – nicht nur für Kinder.
⏱️ 1–2 Stunden -
Palau de les Arts
Oper, Konzerte und Führungen durch eines der spektakulärsten Gebäude der Stadt.
⏱️ ca. 1 Stunde -
Umbracle
Ein frei zugänglicher Garten mit mediterranen Pflanzen und Skulpturen – abends eine tolle Terrasse. -
CaixaForum Valencia
Wechselausstellungen, Konzerte und ein schönes Café mitten im Ágora-Gebäude.
Tipp
Buche die Tickets für die Stadt der Künste und der Wissenschaften am besten im Voraus und gleich als Kombiticket.
Das spart Geld, Zeit – und Nerven.
Fazit
Valencia ist eine Stadt, die Dich ständig überrascht. Morgens stehst Du zwischen römischen Ruinen, mittags schlenderst Du durch mittelalterliche Gassen, und abends fühlst Du Dich wie in einem Science-Fiction-Film. Genau diese Mischung macht Valencia für uns zu einem perfekten Reiseziel – entspannt, vielseitig und voller Geschichten.
Wenn Du Lust auf eine Stadt hast, die Geschichte nicht konserviert, sondern lebt, dann wird Valencia Dich genauso begeistern wie uns. 🧡
Der Naturpark L’ Albufera
Nur wenige Kilometer südlich von Valencia liegt der Naturpark L’ Albufera.
Mit seinen 211 km² ist er größer als Valencia selbst und er beherbergt gleich mehrere wichtige Lebensräume mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt.
Das Herz des Naturparks ist der größte Süßwassersee Spaniens: L’ Albufera (arab.: al. buhayra=kleines Meer). Im Laufe der Jahrtausende haben große Sedimentmengen der umliegenden Flüsse und auch menschliche Tätigkeiten den ehemaligen Golf (große Meeresbucht) in diesen Süßwassersee verwandelt.
Was aber sofort ins Auge fällt, sind die umliegenden Reisfelder. Jetzt, Ende Januar, ist der Reis abgeernet und das ist für die über 350 Vogelarten, die hier ganzjährig leben, natürlich ein Festmahl. Obwohl die Bestände von Süßwassergarnelen, Aalen und Barschen seit der Industrialisierung stark zurückgegangen sind, gibt es noch reichlich Meeräschen, Blaukrabben, etc. für Arten wie den Sichler, verschiedene Reiherarten, Flamingos, Kormorane und weitere Federtiere.
So ist der Naturpark zum einen ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung (Ramsar-Gebiet) zum anderen aber auch ein Europäisches Vogelschutzgebiet und somit Teil des Natura-2000-Netzwerkes der EU.
Ein weiterer Lebensraum des Naturparks ist die „Devesa“. Ein ca. 30 km lange Küstenstreifen, der den See und die Feuchtgebiete vom Meer trennt. In dieser Dünenwelt leben Mediterrane Landschildkröten. Leider machten sie gerade ihren wohlverdienten Winterschlaf, als wir da waren. Es führt ein befestigter Weg längs durch diese eigene Welt, fast von der Stadtgrenze bis in den Süden bei Coller. Sehr empfehlenswert für eine Entdeckungstour, ob zu Fuß oder per Rad! Ab und zu gibt es kleine Stichwege zu den Stränden, und da es ein streng geschütztes Gebiet ist, kommt man auch nur auf diesen ans Meer.
Bei einem Besuch im „Interpretationszentrum Racó de L’ Olla bekommst du einen Überblick über den gesamten Naturpark, Vogelbeobachtungsstationen und die Entstehungsgeschichte. Außerdem kannst du auf einem 400 m langen Weg in die Vogelwelt des dortigen kleinen Salszwassersees, dem Racó de L’ Olla, eintauchen.
Centro de Interpretación Racó de L’ Olla
Parque Natural de l’ Albufera GVA
Calle Vicente Baldoví
Valencia
Tipp
Wir waren hier viel mit dem Rad unterwegs, und eine Tour nach El Palmar, DEM Ort der Paella, lohnt sich. Klar, die Landschaft ist von den Reisfeldern dominiert und damit selbst im Winter stark von Mücken frequentiert. Und doch hat sie ihren Charme, vor allem bei Sonnenuntergang über dem See. In El Palmar wimmelt es nicht nur von Restaurants, die Paella Valencia anbieten, sondern auch von Anbietern für Bootstouren über den See. Perfekt also für einen Tagesausflug!
Campingplatz
Sehenswertes
Quellen
Stefan beschäftigt sich seit seiner Schulzeit mit Film und Fotografie. Als Innenarchitekt hat er sein Gespür für Gestaltung weiter geschärft. Er war viele Jahre im Kulturbereich tätig, dokumentierte die regionale Musikszene im Format Heimathaven, erstellte Kinospots & Musikvideos. Seine Leidenschaft für Technik, analytisches Denkvermögen und ein Blick auf die Ganzheitlichkeit setzen unsere Geschichten in Szene.
Charlotte liebt Geschichten. Besonders solche, die eine Landschaft erzählt. Als Geografin entdeckt sie die Natur- & Kulturgeschichte einer Region, als Naturpädagogin ist es ihre Leidenschaft, Menschen dafür zu begeistern, zu sensibilisieren und zu bilden. Viele Jahre in der Umwelt- & Erwachsenenbildung sowie bei einem Reiseveranstalter für Fachgruppen-Reisen haben ihre Neugierde auf Neues, Kurioses & Regionaltypisches geschürt.


































