Dass ich da bin, und da bin, wo ich bin

„El Palmito“ ist eine Zwergpalme (Chamaerops humilis) und die einzige Palmenart auf der Iberischen Halbinsel, die einheimisch ist. Sie bildet mehrere Stämme aus und wird maximal 4 Meter hoch. Ihre hübsch gefächerten, leuchtend grünen Palmenblätter strotzen gleißender Sonne, langanhaltender Trockenheit und zerrendem Wind. Was für viele Lebewesen viel Überlebensstress bedeutet, ist für sie ein Spiel mit den Elementen. Prächtig und gesund sieht sie aus, und du kannst ihr geradezu ansehen, dass sie sich da, wo sie wächst, pudelwohl fühlt.

Seitdem wir in Spanien sind, begegnet sie mir überall da, wo wir unsere Entdeckungen machen: sei es bei den Bio-Avocados auf der „Finca Las Hespérides“, auf der Wanderung „Los Monjes“ bei Marbella, egal, sie ist da. Vielleicht liegt es an ihrem Wuchs auf Augenhöhe. Vielleicht liegt es an ihrem auffällig breiten, gefächerten Wuchs. Es ist jedenfalls so, als würde sie ständig „Hallo!“ zu mir sagen (wenn du meinen Beitrag über den Nickenden Sauerklee gelesen hast, dann weißt du, dass ich eine starke Bindung zu Pflanzen und Tieren habe, von daher wundere dich nicht. Ich ticke ansonsten ziemlich normal). Und dann freue ich mich einfach immer. „Naaa, auch wieder hier? Schön, dass du da bist!“ Ich freue mich deshalb so über sie, weil ich weiß, dass sie hier, an diesem Standort, genau richtig ist. Dass sie sich genau hier so entfalten kann, wie sie es braucht.

Als ich neulich Geburtstag hatte, bekam ich wunderschöne Glückwünsche in jeglicher Form. Und die Wohlfühldusche mit lieben Wünschen hat mich sehr berührt und bestärkt. „Schön, dass du da bist!“ hat auch mein Bruder am Glückwunschtelefon zu mir gesagt. Aber er hat auch noch was dazu gesagt: „Und schön, dass du da bist, wo du bist.“ Das traf mich mitten ins Herz, denn das drückte genau das Gefühl aus, von dem ich seit ein paar Wochen nicht wusste, wie ich es ausdrücken sollte. Weil ich mich im Unterwegssein mittlerweile sehr heimisch fühle. Weil ich währenddessen ein Gespür dafür entwickeln konnte, welche Orte mir gut tun, und welche nicht. Weil jetzt genau die richtige Zeit dafür ist (Danke, Tante Luzie!). Weil ich, als heimatverbundene, nordhessische Weserberglandspflanze, nie gedacht hätte, dass ich mich auf Reisen in Sicherheit weiterentwickeln, entfalten und wachsen kann. Und weil mein Bruder mich genau damit sieht. Ich bin also da, und da, wo ich bin, bin ich richtig. Das ist doch mal eine so profane wie schöne Erkenntnis.

Übrigens, die Zwergpalme gibt es hier in unserem Video zu sehen:
Mit einem Klick rüber zu unserem Video

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