Matte mit ID-Card

An die Badekappe habe ich mich ja mittlerweile gewöhnt. Das ist halt die Regel. Klar, neulich hatte ich ja auch eine ganz schöne Matte. Gut 3 mm. Hab´mich ganz schön gehen lassen, ich weiß. In der Regel halte ich die Haare so um 1 mm, das ist einfach pflegeleichter. Da konnte ich schon verstehen, dass mich die Servicekraft im spanischen Schwimmbad explizit nochmal gefragt habe, ob ich auch wirklich eine Badekappe dabeihabe. Ich zog meine Sonnenmütze vom Kopf und fragte sie „must i, really?“. „Si, eso es obligatorio.“ Ist obligatorisch. Klar. So ist die Regel: Die Badekappe ziehe ich an! Jeden Freitag. Denn freitags gehe ich schwimmen. Gerne vormittags. Als genauer gesagt, gerne um 11 Uhr. Das kann auch schonmal halb Elf oder kurz nach Elf sein. Da bin ich flexibel. Aber Freitag sollte es schon sein.
Jedenfalls letzten Freitag musste das Schwimmen ausfallen: Bisher war die Schwimmsituation in Spanien meist durch markierte Bahnen geregelt. Die Bahnen werden durch aufrecht schwimmende Personen belegt, die im Tempo 1, mit den Füßen nach unten strampelnd, ihre Runden drehen. Denn natürlich schwimmen wir pro Bahn im Kreisverkehr, nicht etwa hin und zurück. Das warme Bewegungsbecken ist dabei meist leer. Für mich als Streckenschwimmer also jeden Freitag eine neue Herausforderung, auf meine Meter zu kommen.

Letzten Freitag war es dann nun noch schwerer, denn die beiden erreichbaren Schwimmbäder, sahen eine Vorabreservierung der Bahnen vor. Man reserviert eine Bahn zu einem bestimmten Zeitfenster und teilt sich diese Bahn dann mit maximal vier Personen.
Freitags gehe ich schwimmen. Ich habe eine Bademütze, ich trage sie, also reserviere ich auch meine Bahn. Die Registrierung ist obligatorisch. Das ist verständlich. Nach der Angabe meiner Namen, dem Geburtsdatum, der Mobilnummer, der Anschrift und der E-Mail-Adresse, wird noch die Nummer der ID-Card als Pflichtfeld abgefragt. Flugs den Perso aus dem Rucksack gezergelt, schon habe ich alle Angaben gemacht. Leider gibt es dann die Mitteilung, ich müsse mir zur weiteren Reservierung & Bezahlung die entsprechende App des Schwimmbadverbundes herunterladen. Mache ich gern. Mit meinem angelegten LogIn kann ich mich noch am selben Tag bei einem der beiden erreichbaren Schwimmbäder als potenzieller Schwimmer anmelden. Leider sind am Freitag keine Bahnen mehr frei. Für das andere Schwimmbad muss ich mich, immerhin mit dem gleichen LogIn, erneut registrieren. Das ist ja schnell gemacht. Aber leider sind auch dort keine Bahnen frei. Samstag geht es schon weiter auf unserer Reise.

Das ich trotz keiner Haare eine Badekappe tragen soll, okay – kann ich noch verstehen. Es geht ja auch um die Außenwirkung im Becken. Und wo zieht man sonst die Grenze: Bei 2,3 oder 4mm. Und wer hat die Befugnis, dass zu entscheiden? Aber die Eingabe der ID-Nummer für einen Schwimmbadbesuch? Momentan erscheint mir das doch etwas übertrieben. Aber ich lerne das Land ja auch erst noch kennen. Und eine spanische Gasflasche habe ich auch bereits gekauft, auch mit obligatorischer ID-Nummer (ich werde berichten).
Ich bin gespannt, welche Aufgaben beim nächsten Schwimmbad auf mich warten. Aufgaben zu erfüllen, um ein Ziel zu erreichen, bin ich gewöhnt.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Und noch ein Nachtrag: Als ich letzten Freitag im Schwimmbad von Mutril schwimmen wollte, klappte dies aufgrund der Internetverbindung nicht. Also, ich habe nach intensiver Suche den Eingang gefunden und wollte bezahlen. Zwei Servicekräfte meinten jedoch, ich könne hier leider nicht bezahlen, sondern müsse zu einer anderen Stelle in der Stadt fahren, um dort zu bezahlen. Die beiden sahen mir meine Verwunderung vermutlich an. Dazu kam bei mir noch Sprachlosigkeit.
    Sie erwiderten, das Internet wäre ausgefallen. Daher könne ich nicht zahlen. Und die Registrierung funktioniert ja ohne Internet auch nicht. Daher der Verweis an die externe Stelle in der Stadt.
    Zu gerne hätte ich einfach 3 Euro in Bar gezahlt, um eine halbe Stunde meine Bahnen ziehen zu können. Naja, vielleicht dann nächsten Freitag.

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  • Neulich waren wir in einer Therme. Wir haben uns natürlich vorher registriert und dann vor Ort die Fragen nach dem Vorhandensein von Badekappe und Badelatschen bejaht. Der Weg von der Umkleider zum eigentlich Bad führte über einen Flur und eine Treppe, nochmal an der Kasse vorbei, in einen Warteraum. Zum Glück haben wir oben nicht geduscht, sonst hätten wir an dieser Stelle nass auf den Einlass gewartet. Im Bad selbs gab es eine Einweisung in die Benutzung der Therme zugehörigen Bereiche. Lotte fragte hier nach dem Platz der Duschen, die Servicekraft erwiderte daraufhin, Duschen sei hier nicht nötig. Wir wunderten uns: Sind doch Badekappe und Badelatschen obligatorisch. Duschen jedoch nicht. Mh.
    Lotte wollte auch nochmal kurz zur Toilette, aber dafür nicht zurück, an der Kasse vorbei, die Treppe hoch, den Flur entlang. Verständlich.
    Die Servicekraft erwiderte an dieser Stelle, es gäbe hier unten keine Toiletten, wenn Lotte aber nur „Pipi“ müsste, könne sie einfach in einem Bereich „machen“, der einer Art Sprühdusche ähnelte. Dieser Bereich war Teil der öffentlich einsehbaren Thermenanwendungen. Manchmal hilft es, auch mal anhalten zu können.

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