Stranden. Oder „Gestrandet“? Aber das hat so was Passives. Äußere Umstände lassen dich im Beiboot nach dem Schiffbruch auf eine einsame Insel gleiten. Dann bist du gestrandet. Oder der Camper hat eine Panne, und du landest für ein paar Tage im Nirgendwo. Dann bist du gestrandet. Timmy lassen wir jetzt außen vor, aber natürlich hat er es als Bild in die Assoziationen geschafft. Und ein bisschen walisch fühlte ich mich dann auch, als ich strandete: Unbeweglich, abwartend, in Geduld übend.
Seitdem wir in Portugal sind, umgibt uns das Meer. Ob an der Algarve oder an der Alentejo-Küste: Die Buchten sind traumhaft, mal steil, mal sandig mit Dünen, und an jeder kannst du sitzen, aufs Meer schauen, sinnieren, dich treiben lassen, den Surfern zuschauen, ein Bad im sehr kalten Atlantik nehmen und einfach SEIN. Das ist für mich „stranden“: das süße, zeitlose Nichtstun am Strand.
Genau das wollte ich neulich in Sagres. Vielleicht war ich gedanklich schon zu sehr dabei, zu stranden, als ich auf dem glatten Plattenweg hinunter zur Bucht den feinen Sand nicht wahrnahm. Ich nahm einen kleinen Loop rückwärts und landete mit verdrehtem Knie auf dem Po. Erleichtert stellte ich fest, dass niemand meinen galanten Abgang registriert hatte und ebenso erleichtert konnte ich meinen Strandgang zunächst ohne Schmerzen fortsetzen. Setzte mich an den Strand und strandete. Erst auf dem Nachhauseweg (Achtung Backflip: fein verinnerlichter Begriff im Unterwegssein!) wurde mir klar: das Stranden setzt du jetzt die nächsten Tage fort, wenn auch unfreiwillig. So verbrachte ich die nächsten Tage im Liegestuhl mit Kühlpad und Buch. In diesem Fall gestrandet. Für unsere weitere Reiseplanung bedeutete das: Orte anfahren, wo es für Stefan etwas zu entdecken gibt, und für mich eine schöne Umgebung in geringem Radius. Den ursprünglichen Plan, zum Wandern in den Naturpark Tajo International und in die Serra Estrela zu fahren, mussten wir schweren Herzens aufgeben.
Und so steuerten wir Lissabon und Porto an. Stadt-Entdeckungen in Strandnähe, besser geht´s nicht. Dabei auf der Route schöne Strände mit schönen Orten entdecken, z.B. Cascais und Ericeira. Strände ohne Ende. Wir sind nicht „gestrandet“. Wir stranden: nehmen es so, wie es ist, stecken unsere Route um, und lassen uns treiben.










